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Sunday, 16 September 2012

The Second Week's Tweet

English translation follows the German text.

Guten Tag.
Heute wird die Serie "Tweet der Woche" fortgesetzt. Ein Hinweis: Der Titel "The Second Week's Tweet" muss folgendermaßen analysiert werden:
Week's Tweet = Nomen
Second = Modifikator (wie ein Adjektiv ein bisschen)
The = bestimmter Artikel, bezieht sich auf den Nomen

Das ist halt wichtig zu klären, weil man sonst irrtümlich meinen könnte, er würde sich folgendermaßen zusammensetzen:
Tweet = Nomen
The Second Week's = Modikfikator

Der Unterschied liegt darin, dass in der richtigen Version wir das zweite Exemplar in der Serie "The Week's Tweet" haben, während in der falschen Version es sich um ein Tweet der zweiten Woche handelt, was überhaupt nicht stimmt.
Somit kommen wir dann zum Tweet.
Tweet der Woche 2:
So now that Keri Hilson has sung "I like" and Lykke Li has done "I follow", who's going to bring out the hit "I plus one"? #nevergonnahappen (frei übersetzt: Nachdem Keri Hilson das Lied "I like" gesungen hat und Lykke Li "I follow" gemacht hat, wer wird den Hit "I plus one" herausbringen? #wirdniepassiern )

Hintergrund:
Ich weiß, dass Lykke Lis Lied "I follow rivers" heißt. Das ist unwichtig.
Auch wenn die Lieder "I like" und "I follow" nicht explizit mit Facebook bzw. Twitter zu tun haben, nutzen sie dasselbe Vokabular. Was fürs Verständnis dieses Tweets wichtig ist, ist nicht, ob sie den Erfolg der sozialen Netzwerke mit einem billigen Wortspiel-Trick ausnutzen möchten, sondern dass sie diese Ausdrücke verwenden, weil sie nämlich ziemlich gängige Ausdrücke der englischen Sprache sind. Sie beschreiben ziemlich alltägliche Tätigkeiten (mögen und folgen). Dies beweist wiederum, dass die Erfinder der Funktionen bei den sozialen Netzwerke Begriffe genommen haben, die Nutzer schon aus ihrem Alltag und ihrem Leben kennen. Dadurch können sich die Nutzer mit diesen Begriffen und somit mit den Funktionen gut identifizieren und finden sie ganz ok.

Bei Google+ ist der Äquivalenzbegriff "I plus one", den keiner in seinem Alltag oder in seinem Leben kennt oder verwendet. Mathematiker verstehen zwar das Konzept der Addition, aber die arithemetische Erhöhung einer Kardinalzahl um eins (x = n + 1) drückt für diese Mathematiker keineswegs eine verstärkt positive Bewertung (im Sinne vom Gutfinden) von (x) gegenüber der ursprünglichen Zahl (n). Die einzige positive Bewertung ist die abstrakte mathematische. Deswegen ist der von Google erfundene Begriff von seiner vermeintlichen Bedeutung extremst entkoppelt und deswegen werden die Massen nie Google+ so in die Arme nehmen wie die's mit Facebook und Twitter gemacht haben.

Bis nächste Woche!

Good day.

Today sees the continuation of the series "The Week's Tweet". One thing: the title "The Second Week's Tweet" should be analysed as follows:
Week's Tweet = noun
Second = modifier (a bit like an adjective)
The = definite article, refers to the noun

It's just important to clear that up because you might otherwise incorrectly think that it would be comprised as follows:
Tweet = noun
The Second Week's = modifier

The difference is that in the coorect version we've got the second specimen in the series "The Week's Tweet" whilst in the wrong version we're looking at a Tweet from the second week, which isn't right at all.
So let's get to the tweet.
The Week's Tweet 2:
So now that Keri Hilson has sung "I like" and Lykke Li has done "I follow", who's going to bring out the hit "I plus one"? #nevergonnahappen

Background:
I know that Lykke Li's song is called "I follow rivers". That's not important.
Even if the songs "I like" and "I follow" don't explicitly mention their connection to Facebook or Twitter respectively, they use the same vocabularly. What is important for understanding this tweet is not whether they are trying to exploit the success of the social networks with a cheap word trick, but that they use these expressions precisely because they are quite common expressions in the English language. They describe pretty every-day activities (liking and following). This in turn proves that the inventors of the functions in the social networks have taken terms which users already know from their day-to-day situations and from their life. This means that the users can identify well with the terms and, by extension, with the functions, and they think they're pretty OK.

With Google+, the equivalent term is "I plus one", which no one either knows from his everyday life or uses. True, mathematicians do understand the concept of additon, but arithmetically increasing a cardinal number by one (x = n + 1) doesn't express for these mathematicians any kind of increased positive valuation (in terms of thinking something's good) compared with the original number (n). The only postivie valuation in the abstract mathematical one. For this reason, the term invented by Google is disconnected in the extreme from its suggested meaning and for that reason, the masses won't take Google+ into their arms like they have done with Facebook and Twitter.

See you next week!

Sunday, 13 February 2011

The character reference in the age of social media

English translation follows the German text.

Guten Tag!
Heute möchte ich ein scheinbar relativ neues Phänomen ansprechen, obwohl es eigentlich nur die Realisierung eines gut bekannten Phänomens im Zeitalter der sozialen Medien ist. Früher, wenn man sich um einen Job beworben hat, konnte man von einem ehemaligen Chef oder auch von einem Pfarrer oder Arzt oder von einem Mitglied des lokalen Männerclubs einen Brief schreiben lassen. In diesem Brief würde stehen, dass der potenzielle Arbeitnehmer von vornehmen Charakter sei, dass er seinen Alkoholkonsum gut in Grenzen zu halten wisse, dennoch immer auf Feiern in guter Stimmung sei, dass er immer ein Ohr für die Probleme seine Freunde habe und dass er jeden Sonntag treu in die Kirche gehe (und, unter uns, versteht sich, dass er da selbst in schlechten Zeiten seine Münzen großzügig in den Klingbeutel werfe). Ein solcher Brief heißt "Charakterreferenz" oder so etwas und sollte das darstellen, was über die Informationen im Lebenslauf hinausgeht - also das, was nicht unbedingt zu den für den Job wichtigen Kernkompetenzen gehört, dennoch wichtig sein könnte.
Die Charakterreferenz wird immer seltener geschrieben, denn heutzutage kann der potenzielle Arbeitgeber diese Informationen in der Regel von der entsprechenden Seite einer populären Internetplattfrom (z.B. Facebook) erfahren. Oder mindestens so wäre es, wenn die meisten potenziellen Arbeitnehmer nicht Angst davor hätten, dass der Arbeitgeber diese Seite entdecke. Viele verändern den Namen oder verstecken den Nachnamen unter einem aussagearmen Initialbuchstaben. Selbst wenn der richtige Name da steht, sind die meisten Informationen der meisten Leuten nur ihren Freunden zugänglich. Dies leigt der Tatsache zugrunde, dass Leute nicht wollen, dass ein Chef oder wer auch immer, irgendein dämliches Foto entdeckt und deshalb gerne auf die Arbeit dieser Person verzichtet.
Ich finde das aber etwas seltsam. Natürlich ging man früher für eine Charakterreferenz zu einer Person, die einen sehr gut fand und entsprechend nur schön über einen schreiben würde. Die Facebook-Seite wird nicht mal von einem engen Freund gestaltet, sondern von sich selbst. Deswegen hat man die komplette Freiheit, sie so zu gestalten, wie man möchte. Das heißt, man kann durch Sprüche, Interessensangaben, Aufsätze, Links, Fotos usw. usf. ein ganz gutes Abbild (gut im Sinne von positiv, nicht im Sinne von wahrheitsgemäß) der eigenen Persönlichkeit im Netz haben. Das würde eigentlich jede Charakterreferenz übertreffen (vom Inhalt her wenigstens - natürlich kommt es nicht von einem Pfarrer oder anderen angesehen Mitglied der Gesellschaft, aber selbst da - man kann ja durch seine sogenannten Freundschaften mit angesehenen Pfarrern gut auffallen), wenn man bloß die Seite zu diesem Zwecke nutzen würde, statt jeden Scheiß, den man jemals getrieben hat, da hochzuladen und dann die Seite von allen Interessierten zu verstecken.
Ich bin auch nicht ganz frei von Schuld - allo Infos auf meiner Seite sind auch nicht allen zugänglich - aber wenigstens will ich, dass man mich schon finden kann - deshalb heiße ich bei Facebook namensgetreu Herr Bench.



Good day!

Today I would like to address a phenomenon which is seemingly quite new, although is actually just the realisation of a well known phenomenon in the age of social media. In the past, when one applied for a job, one could ask for a letter to be written by a former boss or from a priest or doctor of from a member of the local men's club. In this brief would be written, that the potential employee was of excellent character, that he knew to control his alcohol consumption, was, however, always in a good mood at parties, that he always had an ear for his friends' problems and that he went diligently to church every Sunday (and, between us, of course, that he, even in times of hardship, generously cast his coins into the collection plate). Such a letter is called a "character reference" or something like that and should represent what goes beyond the information in a CV - that is that, which isn't necessarily part of the key skills required for the job, but what could nevertheless be important.
The character reference is written less and less, because nowadays the potential employer can get this information, generally, from the relevant page of a popular internet platform (such as Facebook). Or at least it would be so, if most potential employees weren't afraid of the employer finding this page. Many people change their name or hide the surname beneath an unexperessive initial letter. Even when the right name is there, most information of most people is only available to their friends. This is due to the fact that people don't want their boss or whoever else to discover some stupid photograph and therefore to happily do without the work of this person.
I find that somewhat strange. You went in the past, of course, for your character reference to a person who found you very good and so would write nicely about you. The Facebook page is not even composed by a close friend, but by its owner him/herself. For this reason, you have the complete freedom to create it as you wish. That means, that you can, using phrases, declaration of your interests, essays, links, photos etc., have a really very good edifice (good meaning positive, not meaning based on reality) of your own personality on the internet. That would really be better (in terms of content at least - of course it doesn't come from a priest or other respected member of society, but even there - you can of course stand out by having so-called friendships with respected priests), if you would just use this page for this purpose, instead of uploading every piece of shit that you've ever done and then hiding the page from everyone who might be interested in it.
I am also not completely free of guilt - all information on my page is also not available to everyone - but I do want at least people to be able to find me - that's why Facebook page is, true to my name, called Herr Bench.

Monday, 17 January 2011

Tunisia

English translation follows the German text.

Es gibt nicht genug Länder in der Welt, um jeden Tag einen Post über ein neues Land zu schreiben und das habe ich auch nicht vor. Aber heute geht es (grob gesagt) um Tunesien.
Vor ein paar Wochen, genauer gesagt am 19. Dezember, fanden Präsidentschaftswahlen in Belarus statt. Diese waren ziemlich umstritten, vor allem weil einige Präsidentschaftskandidaten verhaftet oder von Sicherheitskräften zusammengeschlagen wurden. Danach erschien auf den Profilen mehrerer Facebook-User Bilder von Belarus und Sprüche wie "es lebe Belarus!" und ähnliches. Auch nach den neusten Problemen in Tunesien erschienen Bilder mit Sprüchen wie "Go Tunisia!" Außerdem erscheinen diese Sprüche nicht bloß, sie gefallen offensichtlich anderen Facebook-Usern, wenn man ihren Behauptungen Glaubwürdigkeit schenken kann.
Ich verstehe, wenn jemand schreibt, "was in Tunesien los ist, beunruhigt mich und ich hoffe, die demokratischen Kräfte setzen sich durch", oder "ich hoffe, den belarussischen Präsidentschaftskandidaten geht es gut", aber bloß "es lebe Belarus" oder "go Tunisia" zu schreiben, setzt ein sehr bestimmtes Verständnis für die Bedeutung des Landesnamen voraus. Wenn Schreckliches in einem Land geschieht, könnte man sagen, "ach Belarus, was machst du denn da Schreckliches?", oder "Schäme dich, Tunesien". Das wäre auch nicht ganz unangemessen. Ich bin überzeugt, dass die oben genannten Facebook-User die Ereignisse in diesen zwei Ländern nicht gutheißen möchten, sondern irgendwie das "Volk" (nach ihrem Verständnis) ermutigen wollen - oder Solidarität mit dem "Volk" zeigen wollen. Aber dann warum "Go Tunisia"? Warum nicht explizit sagen, dass man an der Seite des "Volkes" (diese Verwendung des Wortes "Volk" kann man ungefähr so verstehen als "die Leute in einem Lande, die sich wenig politisch engagieren und versuchen bloß, ihr Leben zu leben, ohne anderen aufn Sack zu gehen oder andere auszubeuten. Auch diejenigen, die doch politisch engagiert sind, doch aus der Sicht des Sprechers (des Nutzers des Wortes "Volk") etwas Positives oder Demokratie Förderndes leisten, werden in dem Begriff "Volk" eingeschlossen. Fortan wird wegen dieser ausführlichen Erklärung auf Anführungszeichen verzichtet.) steht und nicht an der des Landes? Eigentlich habe ich nichts gegen diese Verwendung eines Landesnamens - aber es zeugt irgendwie von Überheblichkeit, das Wort so zu nutzen und davon auszugehen, dass alle Leser dasselbe unter dem Begriff verstehen wie der Sprecher, obwohl auch der Sprecher wissen muss, dass Landesnamen in vielen anderen Zusammenhängen verwendet werden. Zum Schluss liste ich ein paar davon auf und ich bitte meine Leser, etwas über die Krassheit der Sprüche "es lebe Belarus" und "Go Tunisia" nachzudenken, wenn sie so verstanden werden sollten:
1) Der Außenminister und Botschafter vertreten Belarus/Tunesien im Ausland
2) Die Landschaft und der geografische Raum
3) Sportmannschaften (oder eine Band bei Eurovision) werden immer als "Belarus" oder "Tunesien" beschrieben
4) Das Gesetzbuch eines Landes (und seine Richter und Staatsanwälte) ist der juristischer Ausdruck eines Landes (Es gibt z.B. in Belarus ein Gesetz gegen Kritisieren des Präsidenten)
5) Der Landesname wird oft für "was in einem Land so ist und passiert" verwendet. (vgl. "ich mag England" nachdem man da Urlaub gemacht hat.)
6) Der Präsident (oder Kanzler, Premierminister usw.) ist (offiziell) der gewählte Vertreter des souveränen Volkes des Landes und dadurch der größte Vertreter eines Landes.

Also nichts gegen die Unterstützung von demokratischen Bewegungen, aber bitte, seht ein, dass in unserer Realität Belarus bzw. Tunesien nicht unbedingt "total super" sind, sondern einige Probleme haben, auch wenn man die demokratischen Bestrebungen deren Völker gutheißen möchte.
Bis morgen.



There are not enough countries in the world to write a post about a new country every day and I'm not planning to. But today it's (broadly speaking) about Tunisia.
A few weeks ago, more precisely speaking on the 19th of December, there were presidential elections in Belarus. These were quite disputed, above all because several presidential candidates were arrested or beaten up by security forces. Then there cropped up on a number of profiles of Facebook-users pictures of Belarus and phrases like "long live Belarus!" and the like. Similarly, after the most recent problems in Tunisia, there appeared pictures with phrases like "Go Tunisia!" Futhermore, these phrases don't just show up, they are also liked by other facebook-users, if one can give their claims credibility.
I understand when someone writes, "what is happening in Tunisia is disconcerting me and I hope that the democratic forces win out", or "I hope the Belarusian presidential candidates are doing OK", but just writing "long live Belarus" or "go Tunisia" prescribes a very particular understanding of the meaning of the country name. If terrible things are happening in a country, then you could say "oh Belarus, why are you doing such terrible things?", or "Shame on you, Tunisia". This wouldn't be entirely inappropriate. I am convinced that the aforementioned facebook-users do not wish to show their approval of the events in these two countries, but in some way hope to give courage to the "people" (as they understand it) - or wish to show solidarity with the "people". But then why "Go Tunisia"? Why not explicitly say, that you stand on the side of the "people" (this usage of the word "people" can basically be so understood as the people in a country who don't get very involved in politics and just try to live their life without annoying other people and without exploiting them. Also those, who are politically active, but from the viewpoint of the speaker (the user of the word "people") do something positive or democracy promoting, are included in the term "people". From hereonin, quotation marks will be left out because of this thorough explanation.) and not on the side of the country? I don't really have anything against this usage of the country name - but it shows a certain kind of arrogance, using the word like this and assuming that all readers will understand this word in the same way as the speaker, although even the speaker must know that country names are also used in many other contexts. To close, I will list a few of these and I ask my readers to think a bit about the crassness of phrases like "long live Belarus" and "Go Tunisia", if they were so understood:
1) The foreign minister and ambassadors represent Belarus/Tunisia abroad
2) The landscape and the geographical area
3) Sport teams (or a band at Eurovision) are always decribed as "Belarus" or "Tunisia"
4) The legal code of a country (and its judges, state lawyers) is the legal expression of a country (there is e.g. in Belarus a law against criticising the president)
5)The country name is often used for "what is in a country and what happens there". (cf. "I like England" after having been there on holiday.)
6) The president (or chancellor, prime minister etc.) is (officially) the elected representative of the soverign people of a country and therefore the highest representative of a country.

So nothing against supporting democratic movements but please, do see that in our reality Belarus or Tunisa are not necessarily "totally awesome", but rather have a number of problems, even if we want to approve of democratic efforts being made by their peoples.

Tuesday, 21 December 2010

Advent 20 - Dawkins and Lukashenko

English translation follows the German text.

Türchen 20.
Es ist manchmal nervig, dass jede Meinung nicht für sich stehen kann, sondern in unmittelbarer Verbindung mit der Art ihrer Vermittlung stehen muss. Ich meine damit, dass es schwer ist, einen Standpunkt rein objektiv zu betrachten, weil man ihn entweder gut oder schlecht argumentiert zu hören bekommt. Das soll kein Problem sein. Denn jeder weiß, dass es überhaupt nicht vorzügliches Benehmen ist, mitten im Streit die Grammatik des Streitgegners zu kritisieren. Im Gegenteil - dies weist eher auf deine Unfähigkeit hin, das Argument des Gegners zu kritisieren und stellt dich somit ins schlechte Licht. Dennoch ist es für mich fast unmöglich, auf eine gewisse Ablehnung gegenüber schlecht Argumentierenden zu verzichten, auch wenn ich eigentlich sehr gerne derselben Meinung sein würde.
Zwei Beispiele:
Richard Dawkins (es tut mir leid, wieder was von ihm zu erzählen, aber ich habe gerade eins seiner Bücher gelesen - also liegt es auf der Hand) vertritt den Standpunkt, dass die Religion schlecht ist, weil wir keine vernünftigen (im Sinne von Vernunft) Belege für irgendeine Existenz außerphysikalischer Wesen haben und dass die Religion außerdem gewaltige Schaden in der realen Welt anrichtet. Eigentlich finde ich vieles, was er sagt, gar nicht so verkehrt und zum großen Teil vertritt er auch seine Meinung ganz gut. Dennoch nervt mich, wenn er den Zeitgeist bespricht und sagt, dass zum Beispiel der allgemeinen Einstellung gegenüber einem universellen (für Frauen und für Männer) Wahlrecht sich schlagartig geändert hat. Das sagt er in irgendeinem Zusammenhang, aber anderswo behauptet er, man hätte überhaupt keine Anhaltspunkte, wenn man gucken will, welche Teile der Bibel man für gut und welche man für schlecht findet. Es wäre wenigstens erwähnenswert, dass man vielleicht versuchen könnte (und dass viele Bibel-Experten bestimmt so versuchen), das was mit dem damaligen Zeitgeist in enger Verbindung steht (zum Beispiel dass Frauen mehr oder weniger ihren Männern gehörten) nicht sofort nach heutigen Maßstäben für verrückt erklären (und damit das ganze Buch für verrückt) sondern zu denken, was man vielleicht heute, mit dem heutigen Zeitgeist, im ähnlichen Fall sagen würde. Er spricht das gar nicht an und das nervt mich und macht mich fast zu seinem Gegner, auch wenn ich eigentlich sonst fast dazu tendiere, ein Fan von ihm zu sein.
Ist schade.
Das zweite Beispiel kommt nicht von einem weltberühmten Autor, sondern von einem meiner Facebook-Freunde. Er (der eigentlich weiblich ist, aber aus Gründen der Anonym-Haltung bleibt ich beim männlichen Pronomen) hat den Umgang der Sicherheitskräfte in Belarus kritisiert, die, wie es aussieht, im Auftrag der Regierung (bzw. des Präsidenten) sieben der neuen Präsidentschaftskandidaten verhafteten und mindestens einer davon landete auch im Krankenhaus. So etwas zu kritisieren ist nicht schwer. Aber dann nennt er das Ganze ein "Pogrom", was eine dermaßen übertriebene und krasse Verwendung ist, dass ich dann diesen Freund doof finde und mich zwangsläufig auf der Seite des bösen belarussischen Präsidenten finde. Wo ich gar nicht sein will.
Ist schade.
Bis morgen.



Door 20.
It is sometimes annoying that every opinion cannot stand for itself, but has to stand in immediate connection with the way it is communicated. What I mean is, it's difficult to view a point of view completely objectively because you get to hear it argued in a good or bad way. This shouldn't be a problem. Because everyone knows that it is in no way proper conduct in an argument to criticise the grammar of one's opponent. On the contrary - this points above all to your own inability to criticise the argument of your opponent and so puts you yourself in a bad light. Nevertheless, it is almost impossible for me to avoid a certain rejection of poor arguers, even if I would actually really quite like to share their opinion.
Two examples:
Richard Dawkins (I'm sorry that I'm going on about him again, but I've just read on eof his books so it's easy to hand) defends the point of view that religion is bad because we don't have any reasonable (in the sense of reason) pieces of evidence for any kind of existence of beings beyond the physical realm and that on top of that religion causes quite catastrophic damage in the real world. Really I find a lot of what he says not all that bad and he largely defends his standpoint quite well. But he still manages to irritate me when talking about the zeitgeist, saying for example that the general attitude towards the universal (for women and men) right to vote has changed dramatically. He says this in some context or other, but somewhere else he claims that one doesn't have any way of determining which bits of the bible one thinks are good and which one thinks are bad. It would at least be worth mentioning, that you can maybe try (and that many bible experts do indeed try) not to write off that which stands in close connection with the zeitgeist of the time (like women being more or less their husbands' property) as crazy according to modern standards (and so to write off the whole book as crazy) but to think about what one might say today, with today's zeitgeist, in a similar situation. He doesn't even address that and that irritates me and almost turns me into an enemy of his, even though I'd otherwise actually almost tend towards being a fan of his.
It's a shame.
The second example doesn't come from a world-famous author, but from one of my Facebook friends. He (who is actually female, but for reasons of keeping him anonymous I'll stick to a male pronoun) criticised the behaviour of the security forces in Belarus, who, as it seems, at the command of the government (or the president) arrested seven of the nine presidential candidates and at least one of them ended up in hospital. It's not hard to criticise something like that. But then he calls the whole thing a "pogrom", which is such an absurd and exaggerated usage, that I then think this friend is being silly and I then find myself by default on the side of the bad Belarusian president, which isn't where I want to be.
It's a shame.
See you tomorrow.

Thursday, 2 September 2010

How to manage humour nowadays?

English translation follows the German text.

Letzten Sonntag, also nicht letzten Sonntag sondern vorletzten Sonntag, oder war es doch letzten Sonntag erst, jedenfalls wurde die Cricket-Welt durch einen Wettskandal erschüttert. Die Details sind hier unwichtig. Wichtig für diesen Post ist, dass es einen englischen Spruch gibt, "It's just not cricket", der sowas wie "das ist sehr unfair" heißt. Kurz nach der Veröffentlichung des Zeitungsartikels mit den Betrugsvorwürfen haben mehrere Leute in Twitter "it's just not cricket" getwittert. Das war nicht unerwartet.
Früher, in der vortwitterischen Ära, konnte man einem witzigen Einfall haben, ihn aufbewahren und später am Abend in der Kneipe im richtigen Moment ihn seinen Freunden mitteilen. Sowas hieß Humor, Sinn für Timing und anderes.
Jetzt funktioniert das nicht mehr. Jetzt hören so viele Leute solche Nachrichten, dass solche Wortspiele oder Witze fallen fast immer mehreren ein und einige werden den Witz in Facebook oder Twitter oder sonst wo mit der Welt teilen. Es bringt dir nichts, dass es auch dir eingefallen war - weil alle es sowieso irgendwo bei Twitter lesen oder, wenn sogar nicht, den Verdacht haben werden, du hättest es einfach bei Twitter gelesen und recyclest es in der Kneipe.
Wie geht man am besten damit um?
Ich weiß es noch nicht. Man kann nicht vermeiden, dass einem witzige Sprüche einfallen und, auch wenn die anderen einfallen, ist es immer noch eine Gabe, die nicht jeder hat. Eine Methode wäre: im Voraus abzuschätzen, wie weit ein bestimmter Spruch nach einem bestimmten Nachrichtenereignis verbreitet wird, und dann versuchen, irgendwie diejenigen auszulachen, die mit diesem deines Erachtens klischeehaften Spruch auftauchen. Sonst muss man nur dann einen Witz teilen, wenn man sich sicher fühlt, dass er wirklich etwas Besonderes ist und dass es von keinem anderen Twitterer getwittert wird.
Das heißt, das Talent liegt nicht mehr in den Witzen selbst, sondern in deren richtigen Einschätzung, wie besonders sie sind und wie vielen anderen sie gleichzeitig eingefallen sind. Wer es schafft, die Witze zu erdenken und ihre Rarität einzuschätzen, der wird der Humorking des twitterischen Zeitalters.
Viel Glück!


Last Sunday, well not last Sunday but the Sunday before last, or was it last Sunday, anysway, the cricket world was rocked by a betting scandal. The details aren't important here. Important for this post is the fact that there is an English expression, "It's just not cricket", which means something like "that is very unfair". Shortly after the publication of the newspaper article with the allegations of cheating, many people twittered "It's just not cricket" in Twitter. That wasn't unexpected.
IN the past, in pre-Twitter times, you could think of something funny, save it up and then later in the evening share it with your friends in the pub. Something like this was called humour, sense of timing and other things.
Now that doesn't work any more. Now so many people hear pieces of nes like that, that puns of this nature or jokes will always occur to large numbers of people and several of them will share the joke with the world in Facebook or Twitter or somewhere else. It doesn't help you that you came up with it as well - because everyone will read it somewhere in Twitter anyway or, even if they don't, suspect that you just read it in Twitter and are recycling it in the pub.
What is the best way of coping with this?
I don't know yet. You can't avoid coming up with funny things to say and, even if other people come up with them as well, it remains a gift which not everyone has. One method would be: estimating in advance, how widespread a particular joke after a particular news event will be, and then somehow try to laugh at those people who have popped up with this soundbite, which is in your opinion clicheed. Otherwise, you would have to only then share a joke, when you are really sure that it really is something special and that it won't be twittered by anybody else.
That means, the talent is no longer to be found in the jokes, but in judging them accureately, how special they are and how many other people will come up with them simultaneously. Whoever manages to think up the jokes and to judge their rarity - he will be the humour king of the age of Twitter.
Good luck!

Saturday, 28 August 2010

IKEA, Google, and Frank Lampard

English translation follows the German text.

Es ist mittlerweile gut bekannt, dass "das Internet" dich die ganze Zeit beobachtet. Facebook-User merken, dass wenn sie, mehr als Witz als im Ernst, sich als Ashley-Simpson-Fan bekennen, sie plötzlich Anzeigen für Britney-Spears-T-Shirts auf die Homepage bekommen. "Das Internet" erkennt dich als Fan von blonden Pop-Künstlern und versucht, dir entsprechende Produkte zu verkaufen.
Ich habe dieses Phänomen das erste Mal bemerkt, als ich eine Email bei Google-Mail las, in der das Wort "Slowenien" auftauchte. An der Seite der Email sah ich dann eine Anzeige mit Informationen über Urlaubmachen in Slowenien. Bis dann hatten meine Emails ausschließlich McDonald's und Coca-Cola besprochen und mir war nicht aufgefallen, dass die Anzeigen sich danach richteten, obwohl die das sicherlich gemacht haben müssen.
Die zwei Seiten dieses Phänomens sind ziemlich offensichtlich. Die eine ist: es ist schön, wenn man sich für Slowenien interessiert, dass einem mehr Informationen angeboten werden. Es ist wie eine hilfreiche Person, die dir hinterherläuft und dich mit sehr weit hergeholten Fakten zu deinem aktuellen Gesprächsthema füttert. Ist also nett, wenn manchmal ein bisschen übertrieben und überflüssig.
Die Kehrseite ist: man hat Angst, dass "das Internet" zu viel über einen weiß und man fühlt sich eingeschränkt. Man will nicht mehr Emails über pornografische Gemälden schreiben, weil man befürchtet, Anzeigen für solche Bilder könnten auftauchen und die Kleinkinder erschrecken, die so halt hinter einem im Raum gelegentlich sitzen. Zum Beispiel.
Ich hatte immer diese zwei Aspekte berücksichtigt und die ganze Sache nicht schrecklich, aber auch nicht besonders toll gefunden. Neulich habe ich aber nach Lampen in Google gesucht, denn ich wollte eine Lampe kaufen. Dann habe ich, nach etwas Suchen im Internet, mich aufm Weg zu IKEA gemacht und dort eine Lampe gekauft. Mit Hilfe meiner Freunde, meiner Frau und eines Mannes mit einem Bluetooth-Handy-Mikrofon habe ich die Lampe an die Decke meines Wohnzimmers montiert. Ich bin glücklich. Es gibt nur ein Problem. Es befinden sich immer noch Lampenwerbungen auf diversen Webseiten, die offensichtlich mit Google über meine Interessen sprechen, obwohl ich schon vor einigen Tagen (bzw. gestern) die Lampe fertig montierte. Diese Anzeigen sind nicht hilfreich. Sie nerven nur. Würde ich jetzt nach weiteren Lampen suchen, könnte es passieren, dass ich eine bessere oder eine günstigere finde, die ich aber dann nicht kaufen kann, weil beim Montieren etwas Farbe von der IKEA-Lampe schon abgegegangen ist und die Lampe folglich nicht mehr zurückgebracht werden kann. Mein Lampenbudget reichte nur für eine Lampe aus.
Ich muss mich also bemühen, auf keine Anzeige zu klicken, um nichts über neue Lampen zu erfahren und diesen Ärger zu vermeiden, obwohl ich mich jetzt schon ein bisschen für Lampen zu interessieren begonnen habe. Es ist nicht, weil ich blöd bin - es ist natürlich schwer zu vermeiden, wenn man sich eine Woche lang mit Lampen beschäftigt. Außerdem war meine googlischere Beschäftigung mit den Lampen anscheinend so intensiv, dass wirklich jede einzelne Anzeige jetzt nur über Lampen oder Deckenleuchten zu labern scheint - ich kreige also keine anderen Informationen über andere Produkte, die mich vielleicht gutmöglich interessieren könnte. Ich werde aus der normalen Welt ausgegrenzt und in eine Ecke geschoben, wo nur über Lampen geredet werden darf, und das genau zu dem Zeitpunkt, wo ich mich eben für eine Lampe entschieden habe und nicht hören möchte, dass es vielleicht eine bessere Alternative hätte geben können.
Und falls ich's nicht mehr aushalte und eine andere Lampe doch kaufe, darf ich die sechs (6!) Ikea-Glühbirnen nicht zurückbringen.
Bis morgen.



By now it is well-known that "the internet" is watching you all the time. Facebook users notice that when they, more as a joke than in seriousness, own up to being an Adhley Simpson fan, they suddenly get ads for Britney Spears t-shirts on their homepage. "The internet" sees you as a fan of blonde pop artists and tries to sell you corresponding products.
I first noticed this phenomenon when I was reading an email with Google-Mail, in which the word "Slovenia" appeared. At the side of the email I then saw an advert with information about holidaying in Slovenia. Up to that point, my emails had dealt exclusively with McDonald's and Coca-Cola and I hadn't realised that the adverts had tailored themselves to this, although they surely must have done.
The two sides of this phenomenon are quite apparent. The first is: it is nice when you are interested in Sloveni, that you are offered more information. It is like a helpful person who walks behing you and feeds you with rather obscure facts to do with your current topic of conversation. So it's nice, if sometimes a little over the top and surplus to requriements.
The flipside is: you are scared, that "the internet" knows too much about you and you feel restricted. You no longer want to write emails about pornographic paintings because you fear that adverts for such pictures could appear and scare the small children who sometimes tend to just sit behind you in the room. For example.
I had always taken these two aspects into account and found the whole business not terrifying, but also not particularly groovy. Recently, however, I did some searching for lamps in Google, because I wanted to buy a lamp. Then I, after some time looking in the internet, made my way to IKEA and bought a lamp there. With the help of my friends, my wife and a man with a bluetooth-mobile-microphone, I managed to afix the lamp to the ceiling of my living room. I am happy. There is just one problem. There are still lamp adverts on a diverse range of websites, which are clearly in dialogue with Google about my interests, although I had already finished afixing the lamp some days ago (well yesterday). These adverts are not helpful. They are just annoying. If I were to now look for more lamps, it could happen that I find a better or more reasonably priced one, which I, however, can then not buy, because some of the colour rubbed of the IKEA lamp during its afixing and the lamp can no longer be taken back. My lamp budget was only sufficient for one lamp.
So now I have to make every effort not to click on any adverts, so that I find out nothing about new lamps and I avoid this irritation, although I have now started to be a bit interested in lamps. This isn't because I'm an idiot - it is naturally difficult to avoid when you've spent a week looking at lamps. Furthermore, my googly dealings with the lamps were seemingly so intense, that now really every individual advert seems to go on about nothing but lamps or ceiling illumination - so I'm not getting any other information about other products which could potentially be of interest to me. I am therefore being shut out of the normal world and pushed into a corner, where one all talk must be of lamps, and this precisely at a time, when I have just decided on one particular lamp and really wouldn't like to hear that there might have been a better alternative.
And if I can't take it anymore and do end up buying another lamp, then I won't be allowed to take back the six (6!) IKEA light bulbs.
See you tomorrow.

Wednesday, 21 July 2010

A Whole New Experience

English translation follows the German text.

Hallo. Gestern wollte ich einen Post zum Phänomen des neues Erlebnis schreiben. Er hätte ungefähr so ausgesehen:
Hallo. Heute geht es darum, dass Leute oft, "boah, sowas habe ich nie erlebt!" sagen. Häufig sagen sie einen solchen Satz, nachdem sie zum ersten Mal im Leben Bungeejumping gemacht haben oder nachdem sie zum ersten Mal mit einem Fahhrad gegen einen Polizeiwagen gefahren sind. Es ist klar, dass das Erlebnis etwas "Neues" an sich hat, wenn man die Aktion im bisherigen Leben noch nicht gemacht hat. Jedoch will ich behaupten, dass auch die Wiederholung einer Aktion ein neues Erlebnis sein kann. Nehmen wir als Beispiel den Film "Avatar". Als der Film in den Kinos lief, wurde berichtet, dass manche Leute 10, 20 Mal den gesehen hatten. Ich glaube nicht, dass man beim 20. Sehen genau dasselbe erlebt wie beim ersten Mal. Man hat in mancher Hinsicht etwas weniger vom Neuen-Erlebnis-Gefühl - man kennt ja mittlerweile das mit dem 3D - aber in anderer Hinsicht erlebt man zum ersten Mal, wie es ist, zum 20. Mal den gleichen Scheiß in einem Kino anzugucken. Das ganz abgesehen von anderen atmosphärischen Faktoren und Popcornfressern, die jeder Kinobesuch sowieso einmalig machen. Das wiederholte Film-Sehen ist schon ganz anders, denn man weiß, wann die Witze kommen, welche davon schon lustig sind, wann die 3D-Technik versagen wird, wann man am günstigen aufs Klo gehen kann usw. usf.. Das gilt aber bei dem wiederholten Sehen von jedem Film, nicht nur Avatar. Das heißt, auch wenn die zwei Filme völlig unterschieden sind, gibt es gewisse Ähnlichkeiten zwischen den Erlebnissen, wenn man zum 10. Mal Avatar guckt, und wenn man zum 10. Mal "Der Mann ohne Vergangenheit" guckt. Ebenfalls gibt es gewisse Ähnlichkeiten, wenn man die Filme zum ersten Mal guckt, vor allem wenn zufällig die Popcornfresser sich ähnlich verhalten. Ich habe es noch nicht empirisch bemessen, aber ich möchte an dieser Stelle behaupten, es könnte sogar sein, dass man in machen Fällen mehr Neues erlebt, wenn man zum 20. Mal einen Film guckt (oder eine andere Sache macht), als wenn man es zum ersten Mal macht, weil man schon etwas sehr Ähnliches zu (seinem) ersten Mal gemacht hat, man hat aber vielleicht nie seinesgleichen zum 20. Mal gemacht, auch wenn man genau dieselbe Tätigkeit 19 Mal ausgeübt hat. Am Beispiel von den neueren Simpsons-Folgen lässt sich das erkennen. Die sind ziemlich ähnlich, man guckt 25 Minuten lang, lacht ein bisschen über ziemlich ähnliche Witze, lernt nicht allzu viel und daher ist es ziemlich gleichgültig, ob man Folge 120 oder Folge 119 gerade geguckt hat. Vor allem wenn man sie auf derselben Couch zurselben Uhrzeit guckt sind die Erfahrungen ganz ganz ähnlich, auch wenn sie rein theoretisch "anders" und "neu" sein müssten. Ich denke, das hier ergibt ein bisschen Sinn. Ciao.

PS: Ich möchte Euch auch kurz auf die neuen Knöpfen unter diesem Post aufmerksam machen, mit denen ihr diesen Post mit anderen "sharen" könnt. Ich weiß nicht genau, wie es funktioniert, aber wenn ihr da aufs F klickt, öffnet sich bestimmt Facebook und das wird dann wohl klar sein. Ihr müsst es nicht mit diesem Post machen, aber wenn ich eines Tages was schreibe, was Euch gefällt (oder präziser gesagt, was ihr meint, Euren Facebook-Freunden gefallen könnte), dann könnt ihr's ruhig ausprobieren. Jut.

Also ja, ungefähr so hätte der gestrigte Post ausgesehen, wenn ich dazu gekommen wäre, ihn zu schreiben. Nur ohne das PS, denn ich hatte diese Knöpfe gestern noch nicht entdeckt. Also ist das quasi "zurück aus der Zukunft", wie man sagt. Bis morgen.

Hello. Yesterday I wanted to write a post about the phenomenon of the new experience. It would have looked something like this:
Hello. Today it's about the fact that people often say, "wow, I've never experienced anything like that!" They frequently say a sentence like that after they have been bungeejumping for the first time in their life or after they have crashed into a police car on their bike for the first time. It is clear that the experience has got something "new" about it, when you've never done the deed in your life up to that point. I would however like to claim, that the repetition of a deed can also be a new experience. Let us take for example the film "Avatar". When the film was being shown in the cinemas, it was reported that some people had seen it 10, 20 times. I don't think that you experience exactly the same thing watching it for the 20th time as you did the first time. You do have, in some ways, somewhat less of the new-experience-feeling - you know by now all about that with the 3D and everything - but in other ways you are experiencing for the first time how it is to watch the same old shit for the 20th time in a cinema. Not to mention other atmospheric factors and popcorn-munchers, who make every visit to the cinema unique anyway. The repeated film-watching is of course quite different, because you know, when the jokes are coming, which of those are funny, when the 3D technics are going to break down, when the most apt moment to nip to the toilet is etc. etc.. This is however true for every film, not just for Avatar. This means, even if two films are completey different, there are certain similariteis between the experiences, when watching Avatar for the 10th time and when watching "The Man Without a Past" for the 10th time. Similarly, there are certain similarities between watching the films for the first time, particularly when the popcorn-munchers happen to behave in a similar manner. I have not yet measured it empirically, but I would like to claim at this point, that it could even possibly be the case, that you, in some cases, experiences more that's new, when you watch a film for the 20th time (or do something else), than when you do it for the first time, because you have already done something very similar for its first time, but you have perhaps never done something of this sort for a 20th time, even if you has admittedly carried out the exact same deed 19 times previously. Using the example of the more recent Simpsons episodes, this can be seen. They are rather similar, you watch them for 25 minutes, you laugh a bit about rather similar jokes, don't learn much and it is therefore pretty irrelevant, whether you've just watched episode 120 or episode 119. Particularly if you have watched them on the same couch at the same time of day, the experiences can be mighty mighty similar, even though they should have to theoretically be "different" and "new". I think this makes some sense. Ciao.

PS: I would like to briefly draw your attention to the new buttons below this post, with which you can "share" this post with others. I don't know exactly how it works, but if you click on the F there, then Facebook will presumably open and then it will probably be obvious. You don't have to do it with this post, but when I one day write something that you like (or more precisely: something that you think your Facebook-friends might like) then you're welcome to try it out. Good. See you tomorrow.

So yeah, that's something like what yesterday's post would have looked like, if I'd've gotten around to writing it. Only without the PS, I hadn't found out about those buttons yesterday, so that's "back from the future" as they say. See you tomorrow.